____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Landwerk Halbe
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Das Landwerk Halbe in der Gemeinde Halbe im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg war ein 1934/35 gegrĂŒndetes Hachschara-Zentrum. Es entstand unter der Leitung von Friedrich Perlstein (* 28. MĂ€rz 1904 in Kassel â â 17. MĂ€rz 1979 in den USA) auf dem GelĂ€nde eines ehemaligen jĂŒdischen Siedlungsprojekts aus den frĂŒhen 1920er Jahren.
Contents
âą Geschichte
âą Das Landwerk
âą Quellen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geschichte
Die Hinwendung zur Ausbildung in handwerklichen oder landwirtschaftlichen Berufen als Vorbereitung auf ein Leben in Eretz Israel gilt hĂ€ufig als Wendepunkt, von dem an in Deutschland der Zionismus sich von einer Idee zu einer realen Lebensperspektive wandelte. Als Beispiel hierfĂŒr gilt nicht selten der jĂŒdische Wanderbund Blau-WeiĂ (jĂŒdischer Wanderbund): âIm Blau-WeiĂ-Bund wurden nach der Balfour ErklĂ€rung 1917, die das Recht der Juden auf den Aufbau einer »nationalen HeimstĂ€tte« in PalĂ€stina verbriefte, Berufsumschichtung, landwirtschaftliche Ausbildung und Einwanderung in PalĂ€stina zur bestimmenden Zielsetzung. In Halbe bei Potsdam und auf dem Markenhof bei Freiburg im Breisgau schufen Blau-WeiĂe LehrgĂŒter fĂŒr die Hachschara, so hieĂ die landwirtschaftliche und handwerkliche Pionierausbildung als Vorbereitung auf die Arbeit in PalĂ€stina.âcite-ref-1[1] FĂŒr den seit 1919 als zionistisches Lehrgut bestehenden Markenhof trifft dieses Framing zweifellos zu; etwas anders aber sieht das fĂŒr das von Pilarczyk zusammen mit dem Markenhof genannte Projekt in Halbe aus.
Lange vor der zionistisch motivierten Berufsumschichtung existierte bereits eine, die Salomon Weinberg (1889â1955)cite-ref-2[2] die assimilatorische Berufsumschichtung nannte. Diese habe sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelt, und ihre Initiatoren â hannoversche MĂ€nner â hĂ€tten sie als Mittel im Kampf gegen den Antisemitismus gesehen.
âSie glaubten ihn am ehesten dadurch unwirksam zu machen, daĂ sie gegen die Ueberhandrıahme des KleinhĂ€ndler- und Hausierertums in den eigenen Reihen ankĂ€mpften. Sie wollten in der jĂŒdischen Jugend Sinn fĂŒr die Arbeit im Freien und Freude an der handwerksmĂ€Ăigen BetĂ€tigung wecken. Zu diesem Zweck fĂŒhrte man zunĂ€chst in den Lehrerseminaren Hannover, Cassei, Berlin Kurse fĂŒr Gartenbau und HandfertigkeĂt ein, damit bald genĂŒgend LehrkrĂ€fte zur VerfĂŒgung stĂ€nden, die die Idee zur Tat werden lieĂen.â
â
Salomon Weinberg
:
GĂ€rtnerische Ausbildung
, S. 34. In: Bundesleitung der jĂŒdischen WanderbĂŒnde Blau-Weiss (Hrsg.):
Blau-Weiss-BlĂ€tter. FĂŒhrerzeitung
FĂŒr Weinberg war dies das ursprĂŒngliche Modell, das hinter der von Alexander Moritz Simon 1893 gegrĂŒndeten âIsraelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannoverâ stand, die 1919 in Israelitische Gartenbauschule Ahlem umbenannt wurde. Es war aus seiner zionistischen Sicht jedoch ânur Selbstzweckâ, weil die im GĂ€rtnerberuf ausgebildeten Leute der Zahl nach zu wenige waren, âals daĂ diese Tatsache irgendwie einen nennenswerten EinfluĂ auf das soziale VerhĂ€ltnis zwischen Juden und Christen haben konnte.â Zudem sei auch die jĂŒdische Ăffentlichkeit zu desinteressiert an dieser Form von Berufsumschichtung gewesen.cite-ref-3[3] Weinberg, der selber eine GĂ€rtnerlehre in Ahlem absolviert hatte und der Einrichtung kritisch, aber nicht ablehnend gegenĂŒberstand, skizzierte anschlieĂend seine Vorstellungen einer zionistischen AnsprĂŒchen genĂŒgenden GĂ€rtnerlehre, sieht fĂŒr deren Verwirklichung aber offenbar keine Chance in Ahlem, sondern meint stattdessen: âIn Halbe wĂ€re z. B. die Grundlage vorhanden, auf der ein solcher Plan zur Verwirklichung gebracht werden könnte.âcite-ref-4[4] Worauf sich diese Hoffnung auf die ein Jahr zuvor gegrĂŒndete Einrichtung stĂŒtzt, fĂŒhrte Weinberg nicht aus.
Die Siedlungsgenossenschaft
Als Folge des Ersten Weltkriegs sei die Gefahr der Proletarisierung groĂer Teile des Mittelstands und der freien Berufe gewachsen und so auch der Ruf nach einer Berufsumschichtung der Juden immer lauter geworden. Vor diesem Hintergrund hĂ€tte sich in Berlin Salli Kirschstein (1869â1935) âenergisch fĂŒr die GrĂŒndung einer jĂŒdischen Siedlungsgenossenschaftâ eingesetzt.cite-ref-prospekt-landjugendheim-5-0[5]cite-ref-6[6] Kirschstein konnte eine Anzahl MĂ€nner fĂŒr seine Idee begeistern, die mit einer Einlage von jeweils 12.000 Mark das Eigenkapital fĂŒr die Einrichtung aufbrachten. So ausgestattet, konnte am 19. MĂ€rz 1919 in Halbe ein 90 Morgen groĂes Terrain erworben werdencite-ref-7[7], âwelches vor allem auch ĂŒber ausreichend groĂe Baulichkeiten verfĂŒgte, sodaĂ nur etliche Umbauten vorgenommen werden muĂtenâ.cite-ref-prospekt-landjugendheim-5-1[5] Auf der Webseite des Amts SchenkenlĂ€ndchen ist dazu nachzulesen, dass der damalige Erwerb âaus der Konkursmasse der Halber Dampfziegel AGâ erfolgt sei und âdas ZiegeleigelĂ€nde nebst einem VerwaltungsgebĂ€ude und einem alten Schmiedehofâcite-ref-schenkenl-ndchen-8-0[8] umfasst habe. Integraler Bestandteil der Siedlungsgenossenschaft sollte von Beginn an ein Landjugendheim sein.cite-ref-bergbauer30-31-9-0[9]
verein-bodenkulturTrĂ€ger der neuen Einrichtung war ein Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlandscite-ref-10[10], und das Projekt sollte âspeziell der Aufsicht des zweiten Vorsitzenden des Bodenkulturvereins, dem Herrn Rittergutsbesitzer J. Brandt [âŠ] unterstellt werdenâ.cite-ref-familienblatt-11-0[11] Bei diesem âRittergutsbesitzer J. Brandtâ handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Isaak (Jitzak) Brandt (1857â1930), den Bergbauer zu den âUnternehmern, Gutsbesitzern oder Philantropenâ zĂ€hlte, denen die GrĂŒndung von Hachschara-Zentren hĂ€ufig zu verdanken gewesen sei.cite-ref-12[12]
Inwieweit Brandt Halbe mit initiiert hat oder dort nur als eine Art Supervisor fungierte, ist nicht bekannt. Bei der erwĂ€hnten innerjĂŒdischen Aufsichtsbehörde, der er vorstand, handelte es sich um den Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands, dessen Zielsetzungen Lieven Wölk wie folgt beschreibt:
âDer 1897 gegrĂŒndete Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands sollte die deutsche Landesverbundenheit und Festigung jĂŒdischer IdentitĂ€t durch Siedlungsprojekte und Berufsumschichtung befördern. Insbesondere die Jugend war Ziel dieser Bestrebungen, sie sollte die Regeneration von vornehmlich geistig tĂ€tigen jĂŒdischen Deutschen hin zu krĂ€ftigen Ackerbauern vollziehen. Neben der AnnĂ€herung deutsch-jĂŒdischer Zeitgenossen an den Heimatboden, wollte der Verein osteuropĂ€ische Juden nach ihrer Einwanderung mit dem deutschen Boden in Verbindung bringen. Die jĂŒdischen Siedlungsbestrebungen waren an die staatliche SiedlungsaktivitĂ€t und Bevölkerungspolitik, die âinnere Kolonisationâ im âOstenâ, angelehnt.â
â
Lieven Wölk
:
Rezension des Buches
Between Heimat and Hatred. Jews and the Right in Germany, 1871â1935
von Philipp Nielsen
Dieser Kontext weist darauf hin, dass das Projekt Halbe zum damaligen Zeitpunkt eher dem Konzept der oben erwĂ€hnten assimilatorischen Berufsumschichtung entsprach, als einer zionistischen Berufsumschichtung mit dem Ziel einer Pionierausbildung fĂŒr die Landarbeit im Völkerbundsmandat fĂŒr PalĂ€stina. Und auch die Grundidee des assimilatorischen Projekts, die Abwehr des Antisemitismus, musste sich in Halbe erst noch bewĂ€hren, wie Hans-Dieter Schmid unter Berufung auf das Teltower Kreisblatt vom 23. Juli 1920 berichtet:
âOffenbar waren in Halbe BefĂŒrchtungen laut geworden, dass in der Siedlung FlĂŒchtlinge aus Russland, Polen und dem österreichischen Galizien â also âOstjudenâ, deren âMasseneinwanderungâ von den Antisemiten das ganze Kaiserreich hindurch als Schreckbild an die Wand gemalt wurde â angesiedelt werden sollten [âŠ]. Um diese BefĂŒrchtungen zu zerstreuen, hatte die Siedlungsgenossenschaft ein Schreiben an die Zeitung gerichtet, in dem sie betonte, dass die Siedlung keine FlĂŒchtlingskolonie sei.â
â
Teltower Kreisblatt
, zitiert nach Hans-Dieter Schmid:
JĂŒdische Mustersiedlung und Landerziehungsheim Halbe
, S. 105+106
In dem Schreiben wurden nach Schmid als Hauptziel der Genossenschaft die Berufsumschichtung der jĂŒdischen Jugend zu Hand- und Landarbeit herausgestellt und die Einrichtung eines Landerziehungsheimes fĂŒr jĂŒdische (Waisen-)Kinder. Das alles spiele sich im Rahmen einer jĂŒdischen Mustersiedlung â der ersten ihrer Art in Deutschland â ab, innerhalb der âjunge Juden und JĂŒdinnen sich in âForm einer Arbeits- und Lebensgemeinschaftâ im Gartenbau und in der Landwirtschaft betĂ€tigenâ wĂŒrden.cite-ref-15[14.1]
Laut dem bereits erwĂ€hnten Artikel im Israelitischen Familienblatt sollten in die Kolonie vorrangig Siedler mit Vorkenntnissen im GemĂŒseanbau aufgenommen werden, âwobei zwischen ledigen und verheirateten Siedlern kein Unterschied gemacht werden sollâ.cite-ref-familienblatt-11-1[11] Die NĂ€he zu Berlin galt als Garant fĂŒr den Absatz der Produkte, eine GeflĂŒgelzucht war ebenso geplant wie die Bienenhaltung. âAuch fĂŒr jĂŒdisches Leben ist insofern schon Vorsorge getroffen, als eine dicht an der Siedlung belegene jĂŒdische Wohlfahrtsanstalt eine kleine Synagoge besitzt und diese Anstalt selbst ebenfalls noch einer Anzahl geeigneter Siedler erschlossen werden wird.âcite-ref-familienblatt-11-2[11] Doch die Anforderungen an diese Siedler waren hoch: âNur intelligente, fleiĂige, bereits mit genĂŒgenden Vorkenntnissen ausgestattete Personen, deren moralische QualitĂ€ten einwandfrei sind, werden als Pioniere [âŠ] in Betracht kommen. HierĂŒber wird billigerweise jeder Ansiedlungslustige den Nachweis zu erbringen haben.âcite-ref-familienblatt-11-3[11]
Ob die zuvor erwĂ€hnte âjĂŒdische Wohlfahrtsanstaltâ der Nukleus fĂŒr das Waisenhaus-Projekt war, ist nicht bekannt. Ăber dieses Projekt berichtet Schmid unter Berufung auf den GeschĂ€ftsbericht 1919/20 der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, dass in dem âHeim 25-30 âKnabenâ zwischen 10 und 16 Jahren unter der Leitung eines âerfahrenen, landwirtschaftlich geschulten Lehrers gĂ€rtnerisch und landwirtschaftlich ausgebildetââ worden seien.cite-ref-15-1[14.1] Gerade diese Verbindung des Heims mit der jĂŒdischen Mustersiedlung ist fĂŒr Schmid dann das zentrale Argument dafĂŒr, dass es in Halbe nicht um die Auswanderung nach PalĂ€stina gegangen sei, sondern um ein âgezieltes Gegenprogramm gegen den Zionismusâ.cite-ref-15-2[14.1]
Pioniere fĂŒr PalĂ€stina
Auch wenn Schmids These vom Gegenprogramm zum Zionismus fĂŒr das Siedlungsprojekt zutreffen sollte, war Halbe dennoch Anfang der 1920er Jahre auch ein Ort der Vorbereitung auf die Auswanderung nach PalĂ€stina. Pilarczyks Behauptung, Halbe sei ein von Blau-WeiĂ-Mitgliedern geschaffenes Lehrgut fĂŒr die Hachschara gewesen, dĂŒrfte allerdings in der Form auch unzutreffend sein, beziehungsweise nur fĂŒr einen Nebenstrang des Siedlungs-Projekts gegolten haben.
SpĂ€testens Anfang 1921 fand sich in Halbe eine Gruppe junger Menschen zusammen, die sich dort auf die Auswanderung nach PalĂ€stina vorbereiteten und sich mehr oder weniger erfolgreich an der GrĂŒndung mehrerer Kibuzzim in PalĂ€stina beteiligten. Dass fĂŒr diesen Zweck Halbe in den Fokus von Blau-WeiĂ-Strategen wie Salomon Weinberg, Max Hirsch oder Ludwig Pinner geriet, dĂŒrfte einem Notstand geschuldet gewesen sein: Zu Beginn der 1920er Jahre gab es in Deutschland schlicht zu wenige Möglichkeiten fĂŒr zionistische Jugendliche, sich landwirtschaftlich auszubilden. Halbe als jĂŒdisches Siedlungsprojekt bot sich da als Möglichkeit geradezu an, wenngleich Max Hirsch die damit verbundenen Schwierigkeiten klar vor Augen standen.
âHalbe ist der erste Versuch gewesen, ein Lerngut auf Grundlage einer Siedlung zu schaffen. Ist schon an und fĂŒr sich eine Siedlung ein Ă€uĂerst schwieriges Unternehmen, â wir sehen dies jetzt grade in Deutschland besonders deutlich, â so ist eine Lernsiedlung noch weit schwieriger. Es muĂ in einer Lernsiedlung zuerst unbedingt gefordert werden, daĂ jeder Einzelne, trotzdem er nur bestimmte kurze Zeit anwesend sein wird, die Siedlung als seine HeimstĂ€tte empfindet und so arbeitet und schafft, als wĂ€re es sein eigener Betrieb. Dies von Jungen zu verlangen, die noch mit der Schwierigkeit des Erlernens stark zu schaffen haben, ist eine besonders groĂe Anforderung.â
â
Max Hirsch
:
Die jĂŒdische Siedlung Halbe
, in: Bundesleitung der jĂŒdischen WanderbĂŒnde Blau-Weiss (Hrsg.):
Blau-Weiss-BlĂ€tter. FĂŒhrerzeitung
, S. 49
Ob es diese Lernsiedlung Ende 1920, zur Zeit der Abfassung von Hirschs Bericht, ĂŒberhaupt schon gab und sich in Halbe bereits Blau-WeiĂ-Praktikanten aufgehalten haben, ist ungewiss. Nach Bergbauer lebten und arbeiteten in Halbe âlediglich acht mĂ€nnliche und vier weibliche Praktikant*innenâ.cite-ref-bergbauer30-31-9-1[9] Das aber dĂŒrfte eine Fehlinterpretation der von Hirsch genannten Zahlen sein. Bei dem hieĂ es nĂ€mlich: âDie jĂŒdische Siedlung Halbe ist im Februar 1920 gegrĂŒndet worden; sie besteht aus 8 mĂ€nnlichen und 4 weiblichen Mitgliedern.âcite-ref-16[15] Hirschs Aussage bezog sich auf die Siedlergruppe, und nicht auf eventuell vorhandene Praktikanten. Gleichwohl steht fest, dass sich 1921 Praktikanten in Halbe aufhielten, die aus dem Umfeld des Blau-WeiĂ und dem Kartell JĂŒdischer Verbindungen (K.J.V.) stammten. Einige von ihnen hatte bereits zusammen in Berlin Landwirtschaft studiert, andere wechselten von anderen Praktikantenstellen nach Halbe. Ihre Motivation, ihr Studium zu unterbrechen oder gar abzubrechen, beschrieb Siegfried Hirsch so:
âEinen grossen Einfluss ĂŒbte auf uns die Ideologie des Hechaluz aus, und so glaubten wir, dass die praktische landwirtschaftliche Ausbildung fĂŒr PalĂ€stina viel wichtiger ist als die theoretische, und gingen zu Bauern auf Hachschara.â
â
Siegfried Hirsch
:
Alija eines Agronomen
, S. 86
Zu diesen ehemaligen Berliner Studenten gehörtencite-ref-18[16.1] :
âą Martin Guttfeld. Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek finden sich mehrere Publikationen, die möglicherweise von ihm stammen, so zum Beispiel Die Entwicklung des lĂ€ndlichen Besitzes in PalĂ€stina, eine Dissertation aus dem Jahre 1925, und einige BĂŒcher aus den 1950er/1960er Jahren, die sich mit der Milchwirtschaft in Israel befassen. Nach Siegfried Hirsch wollte er sich nach dem Kwuza-Zwi-Abenteuer in der Marktforschung ausbilden lassen.cite-ref-19[16.2]
âą Max Hirsch, möglicherweise der von Siegfried Hirsch erwĂ€hnte âĂ€lteste Bruderâcite-ref-20[16.3] und wohl auch der Autor des zuvor zitierten Aufsatzes aus den Blau-Weiss-BlĂ€tter. FĂŒhrerzeitung.
âą Siegfried Hirsch (* 1899 in Königsberg (PreuĂen) â 1987). Nach dem Ende der Kwuza Zwi ging er nach Holland, um sich auf Tierzucht zu spezialisieren und dann nach Königsberg zum Promovieren.cite-ref-19-1[16.2] In der Zeitschrift PalĂ€stina. Zeitschrift fĂŒr den Aufbau PalĂ€stinas erschien 1933 von ihm der Aufsatz Kleintierzucht in PalĂ€stina. In dessen redaktionellem Vorspann, in dem er als Dr. Siegfried Hirsch, Rechowoth, vorgestellt wurde, hieĂ es: âIn der Reihe der Bulletins der «Palestine Economic Society» (Bd. IV, Heft 2) erschien eine Studie «Sheep and Goats in Palestine» von Dr. Siegfried Hirsch von der Versuchsstation der Jewish Agency. Wir geben daraus einen kurzen Auszug.âcite-ref-21[17] Von 1936 bis 1952 war Hirsch Leiter der Kolonisationsabteilung der Rassco (Rural and Suburban Settlement Company)cite-ref-22[18] und Dozent am Technion in Haifa, wo er auch lebte.cite-ref-23[19] Name, Titel und Geburtsjahr von Siegfried Hirsch weisen ihn aus als BegrĂŒnder von Kfar Tikvacite-ref-24[20], dem âDorf der Hoffnungâ, in dem 2017 ĂŒber 200 behinderte Menschen lebten und arbeiteten.cite-ref-25[21]
âą Gerhard Jacobsohn (1900-1973) war seit seiner Jugend in den zionistischen Bewegungen Blau-WeiĂ und im K.J.V. aktiv und wanderte 1923 als Pionier nach PalĂ€stina aus, kehrte aber zwei Jahre spĂ€ter nach Deutschland zurĂŒck. Er absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft, arbeitete aber nach 1933 fĂŒr eine zionistische Organisation in Berlin. 1934 wanderte Jacobsohn erneut nach PalĂ€stina aus und grĂŒndete in Herzlia eine der ersten Werbeagenturen PalĂ€stinas.cite-ref-26[22]
âą Paul Lorenz (1900â1973) ging nach dem Ende der Kwuza Zwi zurĂŒck nach Deutschland, um VeterinĂ€r zu werden.cite-ref-19-2[16.2]
Nach Siegfried Hirsch waren sie âalle spĂ€ter Mitglieder der Kwuzat Zwiâ.cite-ref-18-1[16.1]
â
Hauptartikel
:
GrĂŒndung und Scheitern der
Kwuza Zwi
Der Weg dieser ehemaligen Berliner Studenten fĂŒhrte nicht direkt nach Halbe, sondern ĂŒber verschiedene Praktikantenstellen, wodurch sich ihr Kreis auch noch erweiterte.
âą Von einer Praktikantenstelle bei Meran kamen die schon erwĂ€hnten Werner Rosolio und Paul Lorenz, Leo Cohn, Anna Stern-RosenblĂŒth und Karl Steinschneider.
âą Aus der NĂ€he von Kiel kamen Gerhard Jacobsohn und Siegfried Hirsch sowie Ernst Böhm und Walter Joel (spĂ€ter Professor fĂŒr Psychologie in Los Angeles).cite-ref-28[16.4]
FĂŒr Martin Guttfeld aus dem Berliner Kreis, der ebenfalls nach Halbe kam, machte Hirsch keine Angaben ĂŒber dessen Praktikantenstelle, doch erwĂ€hnte er noch zwei weitere Personen, die sich der Gruppe in Halbe anschlossen: Hans Sternberg und
âą Schlomo Ettlinger (* 1898 in Karlsruhe; â 1966 in Herzlia).cite-ref-29[24] Er war der Sohn eines Eisen- und MetallgroĂhĂ€ndlers und begann 1919 eine Ausbildung auf dem Markenhof. Ein Jahr spĂ€ter wechselte er an die Gartenbauschule Dahlemcite-ref-30[25] bei Berlin und Anfang 1921 dann nach Halbe.cite-ref-schlomo-31-0[26]
Auch fĂŒr Ettlinger bildete diese Gruppe, zu der noch âein paar nette Blau Weiss Maedchen [gehörten], die vom Kochen soviel verstanden, wie wir von der Landwirtschaftâ, âim Wesentlichen den Kern der spaeteren Kwuza Zwiâ.cite-ref-schlomo-31-1[26] Die meisten aus diesem Kreis gingen 1921â23 nach PalĂ€stina, Ettlinger zusammen mit Max Hirsch bereits im Sommer 1921cite-ref-schlomo-31-2[26]; Siegfried Hirsch folgte im Herbst 1922.cite-ref-18-2[16.1] Ihr Weg dahin fĂŒhrte sie ĂŒber die Kibbuzim Gewa und Beit Alfa; Max Hirsch ging nach seiner Ankunft in Haifa zuerst nach Degania, bevor auch er in Beit Alfa zu seinen frĂŒheren GefĂ€hrten stieĂ.cite-ref-schlomo-31-3[26]
Das Ende der Siedlungsgenossenschaft
FĂŒr die Zeit direkt nach der Auswanderung der Kwuzah-Zwi-GrĂŒnderinnen und -GrĂŒnder liegen keine Informationen vor. Erst im Januar 1924 wurde in den Blau-Weiss-BlĂ€ttern ein Bericht des landwirtschaftlichen Praktikantenamtes des Verbands veröffentlicht, der erneut das Vorhandensein von Praktikanten in Halbe bestĂ€tigte, wobei Halbe â neben Löwenberg, Ludwigshorst, Buckow, Holstein, Berlin (Hochschule) und Markenhof â als eines der Zentren vorgestellt wurde, an denen die zuvor verstreut arbeitenden Jungen und MĂ€dchen zusammengefĂŒhrt werden konnten. Zu dem Zeitpunkt gab es in Deutschland 89 Blau-WeiĂ-Praktikanten, davon in Halbe 11 Jungen und drei MĂ€dchen unter der Leitung von Herbert Lustig.cite-ref-bericht-1924-32-0[27] Halbe selber wird in dem Bericht so dargestellt:
âEinhundert und zehn Morgen, 2 Pferde, 3 KĂŒhe, Ziegen, Kleinvieh usw. Betrieb gemischt: landwirtschaftlich-gĂ€rtnerisch. [âŠ] Der Betrieb balanciert seit eineinhalb Jahren, das hat seinen ersten Grund in der wachsenden wirtschaftlichen Not in Deutschland und in dem rapiden Anwachsen unserer Aufgaben.â
â
Bericht des landwirtschaftlichen Praktikantenamtes
, in:
Blau-Weiss-BlÀtter
Das Balancieren des Betriebs half nur noch fĂŒr kurze Zeit. 1924 wurde das Landschulheim geschlossen, zwei Jahre spĂ€ter der gesamte Betrieb, laut Schmid wegen fehlender WeideflĂ€chen und aufgrund der schlechten Preise fĂŒr landwirtschaftliche Produkte.cite-ref-33[14.2] Das groĂe GelĂ€nde wurde an den ortsansĂ€ssigen jĂŒdischen Ziegeleiunternehmer Martin Rothmann verkauftcite-ref-schenkenl-ndchen-8-1[8] â nach Schmid fĂŒr 30.000 RM; das Mobiliar sei an die Ortsbevölkerung verkauft worden.cite-ref-34[14.3]
Ăber das Schicksal der Siedler ist nichts bekannt, und wer sie eigentlich waren, ist nur in wenigen FĂ€llen dokumentiert. Zwei davon waren der im Ersten Weltkrieg als Flieger eingesetzte Fritz Block (1892 â deportiert 1942) und Miriam Frensdorff (1896 â deportiert 1942), die sich nach dem Ersten Weltkrieg kennenlernten und am 10. Juni 1920 in der Siedlung Halbe heirateten. Die beiden bereiteten sich in Halbe auf die Auswanderung nach PalĂ€stina vor, die aber nicht vollzogen wurde.cite-ref-35[28] Stattdessen erwarb Fritz Block im Dezember 1921 ein Anwesen im Pruttinger Ortsteil Niedernburg und baute dort eine GĂ€rtnerei auf.cite-ref-36[29] Eines der Kinder des Ehepaares Block war Elisabeth Block, die in einem erhalten gebliebenen Tagebuch ihr Schicksal und das ihrer Familie wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus festhielt. Das Ehepaar Block, ihre Töchter Elisabeth und Gertrud sowie der Sohn Arno wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungen und 1942 deportiert. An sie erinnern Stolpersteine in Prutting.
Das Landjugendheim
Wie oben schon erwĂ€hnt, war von Anfang an in Halbe auch der Aufbau eines Landjugendheims geplant. Der Prospekt stellt dieses Projekt in den Kontext von Ăberlegungen zur Neuregelung der jĂŒdischen Jugend- und Waisenpflege.
âBei wiederholten AnlĂ€ssen, namentlich auf Erziehungs- und Jugendtagungen haben einsichtige PĂ€dagogen und Jugendpfleger den Standpunkt vertreten, daĂ die Unterbringung von Waisen und Kindern, deren Erziehung aus den verschiedensten GrĂŒnden gehemmt ist, namentlich Halbwaisen, auĂerehelichen Kindern, in groĂen Anstalten und in der Stadt tunlichst zu vermeiden sei. Sie empfahlen die GrĂŒndung kleiner ErzĂelıungsgenıeĂnschatten, welche einen familiĂ€ren Kreis bilden sollen, der sorgfĂ€ltige Individualisierung in körperlicher und geistiger Hinsicht ermöglicht, sie empfahlen die GrĂŒndung solcher Erziehungsgemeinschaften namentlich in kleineren Ortschaften und auf dem Lande, einmal, um die Jugend vor den Gefahren der GroĂstadt zu schĂŒtzen, sodann um sie wieder in kleineren StĂ€dten seĂhaft zu machen.âcite-ref-prospekt-landjugendheim-5-2[5]
Die Waisenkommission der JĂŒdischen Gemeinde in Berlin hatte bereits im Oktober 1918 beschlossen, eine solche Einrichtung in der Provinz Posen zu grĂŒnden. Das scheiterte dann aber daran, dass Posen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs an Polen abgetreten werden musste. Der Erwerb des Anwesens in Halbe bot nun eine neue Chance. Hier standen zwei GebĂ€ude und ein Neubau fĂŒr VerwaltungsrĂ€ume, SchlafrĂ€ume, eine Synagoge, Speisesaal, KĂŒche, Schulzimmer und Handfertigkeitszimmer zur VerfĂŒgung sowie AuĂenflĂ€chen fĂŒr einen Spielplatz und einen Schulgarten.cite-ref-prospekt-landjugendheim-5-3[5] Der Prospekt erwĂ€hnt auch die Stallungen und Tiere sowie die landwirtschaftlichen Möglichkeiten, lĂ€sst aber offen, ob und wie das in Kooperation mit der Siedlungsgenossenschaft betrieben werden sollte. An einer Stelle im Prospekt ist gar die Rede von der âSiedlung der jĂŒdischen Siedlervereinigung, die dem Landjugendheim angeschlossen istâ.cite-ref-prospekt-landjugendheim-5-4[5]
Ausgehend von den frĂŒheren Ăberlegungen sollte der Hauptzweck der neuen Anstalt in der Erziehung von Waisenkirıderrı und Knaben im Alter zwischen 10 und 16 Jahren liegen, âderen Erziehung aus den verschiedensteıı GrĂŒnden individuell gestaltet werden soll, in der Gewöhnung der Kinder an lĂ€ndliche VerhĂ€ltnisse, in der Aneignung derjenigen Kenntnisse, die nötig sind, um als Siedler und kleiner Bauer ein selbstĂ€ndiges Fortkommen zu finden.âcite-ref-prospekt-landjugendheim-5-5[5] Ihre schulische Ausbildung, die unter staatlicher Aufsicht erfolgte, orientierte sich am âTyp einer modernen Arbeitsschuleâ und knĂŒpfte damit an die Ideen der ReformpĂ€dagogik an.cite-ref-prospekt-landjugendheim-5-6[5] FĂŒr die nicht mehr schulpflichtigen Jugendlichen stand die praktische Ausbildung in der Landwirtschaft und GĂ€rtnerei im Vordergrund, die in den Wintermonaten durch einen umfangreichen âFortbildungsunterrichtâ vertieft werden sollte. Die Ausbildung war auf drei Jahre angelegt.cite-ref-prospekt-landjugendheim-5-7[5]
Wie in dem Eingangszitat aus dem Prospekt schon angesprochen, sollte in Halbe âder pĂ€dagogischen Forderung nach möglichster Individualisierung der Kinderâ Vorrang eingerĂ€umt werden und wurde auch als Alleinstellungsmerkmal gegenĂŒber vergleichbaren Einrichtungen herausgestellt.cite-ref-prospekt-landjugendheim-5-8[5] Deshalb sollten auch nicht mehr als 30 Jungen gleichzeitig ausgebildet werden, und es wurde zudem Wert gelegt auf ein enges Zusammenleben zwischen Erzieher und Kind. âDer Familientyp soll dadurch erhalten bleiben, daĂ an einem Tisch Erzieher und Kind essen, ein ungezwungener, den Geist der Lebensgemeinschaft ausstrahlender Sinn gepflegt wird. [âŠ] Jedes Schema vermeidend, alles AnstaltsmĂ€Ăige absichtlich umgehend, soll den Kindern eine sonnige Jugend verschafft, das GemĂŒt veredelt, der Wille gestĂ€rkt werden.âcite-ref-prospekt-landjugendheim-5-9[5]
Dieser konzeptionelle Ansatz Ă€hnelt stark dem der spĂ€teren JĂŒdischen Landschulheime, war aber dank der Einbindung in ein landwirtschaftliches Siedlungsprojekt auch deutlich praktischer orientiert. Was aber in dem gesamten Prospekt kaum vorkommt, sind BezĂŒge zum Judentum. Abgesehen von den in der Einleitung angesprochenen Ăberlegungen innerhalb der JĂŒdischen Gemeinde von Berlin, der ErwĂ€hnung der rĂ€umlichen Einbindung in ein jĂŒdisches Siedlungsprojekt und dem Hinweis auf das Vorhandensein einer Synagoge, wird in dem detaillierten Curriculum âJĂŒdische Religion und Geschichteâ nur als sechster und letzter Punkt des Abschnitts "Allgemein bildende FĂ€cher" aufgefĂŒhrt. Ob und inwieweit der jĂŒdische Glaube das geistige Fundament der Einrichtung sein sollte, ist nicht erkennbar. Der assimilatorische Ansatz fokussierte ganz auf das Ziel, die Absolventen des Landjugendheims dazu zu befĂ€higen, dass sie âals AckerbĂŒrger ihre eigene Scholle bearbeiten werdenâ.cite-ref-prospekt-landjugendheim-5-10[5]
Zum Zeitpunkt des Erscheinens des Prospekts â vermutlich 1920 â bestand das Landjugendheim bereits und hatte âin der kurzen Zeit seines Bestehens [âŠ] eine Anzahl Knaben aufgenommen, deren körperliche und geistige Entwicklung sich zusehends in einer aufsteigenden Linie bewegt. Namentlich die der GroĂstadt entstammenden Knaben gedeihen in der lĂ€ndlicheıı Umgebung besonders gut.âcite-ref-prospekt-landjugendheim-5-11[5] Berichte ĂŒber seine weitere Entwicklung und seine spĂ€tere Einstellung scheinen nicht vorzuliegen.
Das Landwerk
Durch die VerknĂŒpfung der Geschichte des jĂŒdischen Siedlungsprojekts mit der des 1934/35 in Halbe gegrĂŒndeten Landwerks wird oft eine KontinuitĂ€t hergestellt, die so nicht existierte, weshalb auch nicht davon gesprochen werden kann, in Halbe habe sich âeinst vermutlich Deutschlands erstes Hachschara-Landwerk befundenâ.cite-ref-sack-37-0[30] Schmid betont geradezu den Gegensatz zwischen den beiden Einrichtungen, wenn er schreibt, dass â anders als das Siedlungsprojekt â âdas Landwerk Halbe wohl von Anfang an als Lager zur Vorbereitung der Auswanderung, wenn auch möglicherweise nicht unbedingt nach PalĂ€stina, geplantâ gewesen seicite-ref-34-1[14.3], und dessen GrĂŒndung erfolgte erst 1935.
Es ist nicht bekannt, was der schon erwĂ€hnte âortsansĂ€ssige jĂŒdische Ziegeleiunternehmer Martin Rothmannâ mit den von ihm erworbenen LĂ€ndereien und GebĂ€uden des ehemaligen Siedlungsprojekts unternahm oder plante. Im FrĂŒhjahr 1935 jedenfalls, und vermutlich vor dem Erlass der NĂŒrnberger Rassengesetze [âŠ], die den Juden die StaatsbĂŒrgerrechte entzogen, erfolgte der Ankauf von FlĂ€chen der ehemaligen Siedlungsgenossenschaft. Wie es dazu kam, berichtete 1967 Friedrich Perlstein in einem Brief:
âDieses Grundstueck wurde von mir mit Hilfe der Reichsvertretung der Juden in Deutschland im Fruehjahr 1935 angekauft und wurde auf meinen Namen im Grundbuch des Kreises Teltow, Mark, in Wendis[c]h Buchholz eingetragen. (Zu dieser Zeit wurden Grundstuecke im juedischen oeffentlichen Besitz als Erstes confisciert und natuerlich keine Genehmigung zum Ankauf von Guetern gegeben. So musste privater landwirtschaftlicher Grundbesitz gefunden werden, um jued. landwirtschaftliche Ausbildungsstellen zu schaffen. Als Diplomlandwirt bekam ich die Genehmigung, den Grundbesitz in Halbe zu kaufen. Nach dem Ankauf stellte ich dieses Grundstueck der Reichsvertretung zwecks landwirtschaftlicher Ausbildung zur Verfuegung und unter dem Namen 'Landwerk Halbe' begann die erste Ausbildungsstaette der 'Mittleren Harscharah'.â
â
Friedrich Perlstein
:
Brief an Walter Peters vom 1. April 1967 (siehe Quellen)
Friedrich Perlstein war nicht nur der Strohmann beim Erwerb der LĂ€ndereien, sondern dann auch der Leiter des Landwerks. Ăber die Finanzierung des Landkaufs gibt es allerdings unterschiedliche Darstellungen. WĂ€hrend Perlstein schrieb, dass er alles, was er besaĂ, âfĂŒr diesen guten Zweck gegebenâ habecite-ref-perlstein-peters-38-0[31], verweist Schmid auf Kredite, die Perlstein nach dem abermaligen Verkauf im Jahre 1938 aus dem Verkaufserlös zurĂŒckzahlte. Perlstein habe fĂŒr das GrundstĂŒck 21.000 RM erlöst, âdie allerdings fast zur GĂ€nze (89%) an seine Darlehensgeber gingen: 6.480 RM an die Reichsvertretung, den gröĂten Geldgeber, 4.300 RM an Friedrich Jolowicz, einen Makler aus Berlin. [âŠ] DrittgröĂter Geldgeber war die Mutter Perlsteins mit 4.000 RM, gefolgt von der lsraelitischen Gartenbauschule Ahlem mit immerhin 3.000 RM.âcite-ref-39[14.4]
Perlstein eröffnete in Halbe eine Landwirtschaftsschule. Dort erhielten etwa 40 Absolventen eine Ausbildung und damit ein Zertifikat, das ihnen helfen sollte, eine baldige Einreisegenehmigung nach PalĂ€stina zu erhalten.cite-ref-schenkenl-ndchen-8-2[8] Die Unterhaltung des Ausbildungsbetriebes wurde von der Reichsvertretung subventioniert.cite-ref-perlstein-peters-38-1[31] In einem âVerzeichnis der AusbildungsstĂ€ttenâ aus dem Jahre 1938 wurde das Landwerk Halbe als ErstausbildungsstĂ€tte aufgefĂŒhrt, fĂŒr das die Jugendorganisation Maccabi Hatzaircite-ref-40[32] die âeinweisende Organisationâ gewesen sei.cite-ref-41[33] In einem Schreiben vom 7. Februar 1973 gab Perlstein einen kleinen Einblick in die VerhĂ€ltnisse vor Ort. Er sprach von einem gĂ€rtnerischen und landwirtschaftlichen Lehrbetrieb, in dem Jungen und MĂ€dchen sowie eine Gruppe Erwachsener unter seiner Leitung eine fachliche Ausbildung erhalten hĂ€tten. In seinem Wohnhaus hĂ€tten sich im Erdgeschoss die BĂŒros befunden, in einem zweistöckigen HauptgebĂ€ude die Wohngelegenheiten der Jungen und MĂ€dchen und ihrer Lehrer.cite-ref-perlstein-heppenheim-42-0[34] Das von Perlstein als âgroĂâ beschriebene Haupthaus verfĂŒgte im Erdgeschoss ĂŒber eine KĂŒche, âin der die MĂ€dchen Kochen, Brotbacken und die Konservierung von Fruechten und Gemuesen erlerntenâ.cite-ref-perlstein-heppenheim-42-1[34] Neben der KĂŒche befand sich ein groĂer Saal, der als Speisesaal und Unterrichtsraum benutzt wurde und in dem âdie 60 bis 65 jungen Menschen mit ihren Lehrernâ Platz gefunden hĂ€tten. AuĂerdem habe sich im Erdgeschoss der MĂ€dchenschlafsaal befunden, wĂ€hrend die SchlafsĂ€le fĂŒr die Jungen im Obergeschoss gelegen waren.cite-ref-perlstein-heppenheim-42-2[34] Perlstein berichtete vom Ackerland hinter den GebĂ€uden, auf dem GemĂŒse angebaut worden sei. Zudem habe zum Landwerk ein weiteres GrundstĂŒck gehört, auf dem sich ein als Kuh- und Pferdestall genutztes GebĂ€ude befunden habe.cite-ref-perlstein-heppenheim-42-3[34] In einem anderen Dokument sprach Perlstein davon, dass sich auf dem GrundstĂŒck mit den Stallungen auch ein Haus befunden habe, âwo ein duzent aeltere Leute einquartiert waren, die zwecks Umschichtung und Ausbildung in der Landwirtschaft zum 'Landwerk Halbe' kamenâ.cite-ref-perlstein-peters-38-2[31]
1938 erschien die BroschĂŒre Vor der Berufswahl. Ein Wegweiser fĂŒr jĂŒdische Eltern und Kindercite-ref-vor-der-berufswahl-43-0[35] In der EinfĂŒhrung hieĂ es, man wolle âeiner Generation, die aus dem GefĂŒhl der Sicherheit aufgerĂŒttelt ist, und das uralte jĂŒdische Schicksal des Wanderns in einer politisch und wirtschaftlich verĂ€nderten Welt mit aller SchĂ€rfe spĂŒrt, die Fragen, um die es sich bei der Berufswahl heute handelt, mit allem Ernst und aller Deutlichkeit vor Augen fĂŒhrenâ. Die BroschĂŒre begann mit der Vorstellung der handwerklichen Berufe und endete mit akademischen Berufen, was alleine schon âdie verĂ€nderte Lage des Judentums in Deutschlandâ zeige. Gezeigt werden sollte auch die Verwendungsmöglichkeit des jeweils vorgestellten Berufs im Ausland, verbunden mit der Hoffnung, âdaĂ auslĂ€ndische Verbindungen, besonders auch bereits ausgewanderte Angehörige vielleicht den Weg zu ihm ungeachtet aller Schwierigkeiten ermöglichenâ.cite-ref-44[35.1] In dieser klar auf die Hachschara ausgerichteten Schrift findet sich auch ein Artikel von Friedrich Perlstein mit dem Titel Aus der Praxis des landwirtschaftlichen Ausbildungsbetriebes, in dem er ĂŒber die Anforderungen schrieb, die mit einer Ausbildung im Landwerk Halbe verbunden seien.cite-ref-perlstein-berufswahl-45-0[36]
Perlstein warnt vor Illusionen und dem Schock, dem junge Menschen ausgesetzt sein könnten, wenn sie sich frisch von der Schulbank âin eine tĂ€glich wiederkehrende körperliche Arbeitâ eingewöhnen mĂŒsstencite-ref-46[36.1], weshalb man fĂŒr die GĂ€rtnerei und die Landwirtschaft möglichst naturverbundene Menschen bevorzugen sollte. GemeinschaftsgefĂŒhl sei gefordert und der Wille, alles selbst zu tun. Es gehe um das Streben nach positiven Werten und um den Willen, âin KĂŒrze der Gemeinschaft etwas zu bedeutenâ.cite-ref-47[36.2] Perlstein fĂŒhrt aus, warum es aus seiner Sicht zur Gewinnung der âAchtung vor der Arbeit als solcherâ fĂŒr Neueintretende ebenso wichtig ist, in der kalten Jahreszeit Bodenarbeiten mit dem Spaten auszufĂŒhren, wie im Sommer den Pflanzzyklus von Tomaten akribisch zu ĂŒberwachen.cite-ref-48[36.3] Arbeiten wĂŒrden den Jungen als Vertrauensbeweis ĂŒbertragen, es gelte ihre SelbstĂ€ndigkeit zu fördern, sie âzu Haltung und Mutâ zu erziehen, ihr PflichtgefĂŒhl zu stĂ€rken und ihnen die Genugtuung zu verschaffen, âeinen Dienst an der Gemeinschaft geleistet zu habenâ.cite-ref-49[36.4] Im Anschluss an diese moralisch-charakterlichen Anforderungen benennt Perlstein die fachlichen Ziele der zweijĂ€hrigen Ausbildung in der Landwirtschaft und GĂ€rtnerei, wobei er davon ausgeht, dass es nicht um das vollstĂ€ndige Erlernen von Kenntnissen und Fertigkeiten geht, sondern darum, dem Lehrling âein sicheres unverlierbares Bild einer einzelnen bestimmten Lösung jeder Aufgabe â eben der im Lehrbetrieb ĂŒblichen â einzuprĂ€gen. Davon ausgehend wird er spĂ€ter sehr viel leichter lernen, sich neuen verĂ€nderten Bedingungen anzupassenâ.cite-ref-50[36.5] Ziele sind dennoch âsichere Kenntnisse in der Feldbestellung und in der Maschinenbehandlungâ ebenso, wie umfangreiche Kenntnisse in der Tierhaltung und Tierpflege sowie im Obst- und GemĂŒseanbau, und âin der Herstellung eines Bebauungsplanes fĂŒr ein ihm gegebenes GrundstĂŒck zeigt er [der Lehrling], wie weit er sich betriebswirtschaftlich gebildet hat und wie weit er in der Lage ist, selbstĂ€ndig zu disponierenâcite-ref-50-1[36.5] Perlstein beschlieĂt seine AusfĂŒhrungen mit einem erneuten Appell, sich der eigenen Eignung fĂŒr eine TĂ€tigkeit in der Landwirtschaft sicher zu sein.
âMan soll einem jungen Menschen nur dann zum landwirtschaftlich-gĂ€rtnerischen Beruf raten, wenn er zu einem einfachen Leben lĂ€ndlichen Stils bereit ist, das ihm andererseits Sicherheit und Lebensinhalt und das BewuĂtsein der Zugehörigkeit zu einer Generation gibt, die in gesĂŒnderer Berufsgliederung eine schwere, aber hoffnungsvolle Zukunft zu formen hilft, die âbauenâ will, nachdem sie die reine Freude an der körperlichen produktiven Arbeit kennen gelernt hat.â
â
Friedrich Perlstein
:
Vor der Berufswahl
Perlsteins Artikel erschien 1938. Ob ihm da schon bewusst war, dass es fĂŒr Juden in Deutschland keine Chance mehr gab, eine âhoffnungsvolle Zukunft zu formenâ, ist nicht bekannt. Ende des Jahres, mit den Novemberpogromen, kam das Aus fĂŒr das Landwerk Halbe.
âAm 9. November 1938 erschienen Lastautos, gefuellt mit schwarz uniformierten Sturmtruppen. Sie stuermten in die Gebaeude und befahlen uns hinter dem Gebaeude anzutreten. Es war stock dunkel und wir wurden mit starken Scheinwerfern geblendet. Untermischt mit Schimpfwoertern wurde uns erklaert dass wir erschossen wuerden, aber vor der Hinrichtung sollten wir zusehen, wie sie das âJudennestâ vollstaendig zerstoeren wuerden. Sie stohlen was sie fuer sich haben wollten und zertruemmerten alles was in bestialischer Weise zerstoert werden konnte.cite-ref-52[37] Zum Schluss gaben sie den Befehl das Landwerk Halbe zu verlassen und erklaerten mit grausamen Drohungen dass sie morgen zurueckkommen wuerden, um sich zu versichern, dass ihr Befehl ausgefuehrt wurde. Dann bestiegen sie ihre Lastwaggen und verschwanden in der Nacht. Das war das Ende des Landwerk Halbe.â
â
Friedrich Perlstein
Perlstein schrieb, er habe noch am Tage der Zerstörung das Landwerk Halbe fluchtartig verlassen, seine ebenfalls in Halbe lebende Mutter habe zu einer Freundin in Berlin ziehen können, und am 6. April 1939 sei ihm die Auswanderung in die USA möglich geworden. Zuvor erhielt er noch mit Datum vom 25. Januar 1939 eine fĂŒr die damalige Zeit eher ungewöhnliche Bescheinigung des Halber BĂŒrgermeisters, in der es hieĂ:
âHiermit bescheinige ich dem Diplomlandwirt Herrn Friedrich Perlstein aus Halbe, Teupitzerstr. 13, dass er seit dem 27. Mai 1935 bis zum 10. November 1938 sowohl die landwirtschaftliche Schule des Landwerks Halbe wie auch den dazugehörenden landwirtschaftlichen und gĂ€rtnerischen Lehrbetrieb mit ausgezeichnetem Fachwissen und ordnungsgemĂ€ss gefĂŒhrt hat. Wir bestĂ€tigen gern, dass Herr Perlstein insbesondere es verstanden hat, dass zum Landwerk gehörende brachliegende Land zu bester Kultur zu bringen.â
â
Bescheinigung des BĂŒrgermeisters von Halbe vom 25. Januar 1939 ĂŒber die Arbeit von Friedrich Perlstein in Halbe
Die SchĂŒler und Auszubildenden konnten nach der Pogromnacht das Landwerk Halbe rechtzeitig verlassen; ihr Verbleib liegt aber weitgehend im Dunkeln.cite-ref-schenkenl-ndchen-8-3[8] âFriedrich Perlstein zwang man, das Anwesen zu verkaufen â es ging an den regimetreuen Chemiefabrikanten Friedrich O. Loch. Ăber den Verbleib der Hachschara-Juden von Halbe ist nichts bekannt. Ihr einstiges Ausbildungswerk fiel 1945 den russischen Panzern zum Opfer.âcite-ref-sack-37-1[30]
Friedrich Perlstein
Die vorhergehenden AusfĂŒhrungen haben deutlich gemacht, dass das Landwerk Halbe enge mit der Person von Friedrich Perlstein (1904â1979) verbunden war. Zu ihm als Person gibt es jedoch nur wenige Hinweise.
Der Geburtsort Kassel ist einer der wenigen Anhaltspunkte aus seiner Kindheit und Jugend. Nach Schmid habe er von 1919 bis 1922 an der âIsraelitische Gartenbauschule Ahlemâ eine GĂ€rtnerlehre absolviert und dort Martin Gerson kennengelernt. Schmid ist sich nicht sicher, vermutet aber, dass Perlstein wie Gerson an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin studiert und zum Diplom-Landwirt ausgebildet worden sei.cite-ref-34-2[14.3]
1928 sei Perlstein noch einmal als fertiger Diplomlandwirt fĂŒr ein halbes Jahr in Ahlem gewesen; spĂ€ter habe er fĂŒr die Reichsvertretung der Juden in Deutschland gearbeitet.cite-ref-34-3[14.3] Nach einem als âGeheimâ gekennzeichneten Bericht des RegierungsprĂ€sidenten in Frankfurt (Oder) vom 31. Januar 1934 hielt sich Perlstein zu diesem Zeitpunkt in GroĂ Gaglow auf, wo Martin Gerson ein von der âJĂŒdische Landarbeit GmbHâ gegrĂŒndetes Siedlungsprojekt leitete.
âIn der Judensiedlung in GroĂgaglow, Kreis Cottbus, werden z. Zt. 30 jĂŒdische Studenten durch den Diplom-Landwirt Friedrich Perlstein - SchloĂ GroĂgaglow - in der Landwirtschaft ausgebildet. Die beschĂ€ftigten Studenten sind zum Teil von der Centrale jĂŒdischer Wirtschaftsgehilfen Berlin und von der jĂŒdischen Landarbeit Berlin nach GroĂgaglow ĂŒberwiesen worden. Nach Angabe des Perlstein ist keiner dabei, der von dem Landesverband *Hechaluz geschickt worden ist. Ob und wieweit die genannten Juden dem genannten Landesverband nahestehen, war nicht festzustellen.â
â
Der RegierungsprÀsident Frankfurt a. O.
:
Geheimer Bericht vom 31. Januar 1934
GroĂ Gaglow verfolgte wie das frĂŒhere Siedlungsprojekt in Halbe assimilatorische Zielsetzungen. Es ging zurĂŒck auf eine Initiative des Reichsbundes jĂŒdischer Frontsoldaten (RjF), der 1928 zu diesem Zweck die JĂŒdische Landarbeit (JLA) als TrĂ€gerin der Siedlung grĂŒndete.cite-ref-54[39] Welche Rolle Perlstein in diesem Kontext spielte, ist nicht bekannt. Einer nicht verifizierbaren Schilderung in Waldtraut Lewins sogenannter Romanbiografie ĂŒber Leo Baeckcite-ref-55[40] zufolge, wollte Perlstein bereits 1933 emigrieren und habe auch schon ein Visum und Schiffsfahrkarten fĂŒr die Fahrt von Hamburg nach London besessen; Baeck aber habe den mit ihm seit langem befreundeten Perlstein von diesem Plan abgebracht und zum Bleiben veranlasst.
Der Beginn von Perlsteins Engagement in Halbe fĂ€llt zeitlich zusammen mit der SchlieĂung des Siedlungsprojekts in GroĂ Gaglow. Das Siedlungsprojekt wurde möglicherweise bereits Ende 1933 nach Verabschiedung des Reichserbhofgesetzes enteignet, sicher aber ist, dass 1935 die letzten Siedler GroĂ Gaglow verlieĂen.cite-ref-56[41] Wie oben schon erwĂ€hnt, war Perlstein vom 27. Mai 1935 bis zum 10. November 1938 offiziell in Halbe tĂ€tig, am 6. April 1939 sei ihm die Auswanderung in die USA möglich geworden. Laut Passagierlisten von Ellis Island erfolgte Perlsteins Einreise in die USA in Boston am 17. April 1939. Er war am 8. April auf der SS SAMARIA aus Liverpool abgereist.cite-ref-57[42]
Am 13. November 1940 passierte der aus der Dominikanischen Republik kommende Friedrich Perlstein ein weiteres Mal Ellis Island. Er wird als deutscher Agriculturist bezeichnet, dessen letzter permanenter Aufenthaltsort New York gewesen sei. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Perlstein weiterhin in Verbindung stand zur JĂŒdischen Landarbeit beziehungsweise zu deren US-amerikanischem Ableger, der Jewish Agricultural Settlement Corporation (JASC). Beide Organisationen versuchten damals, fĂŒr jĂŒdisch Bauern aus Deutschland Siedlungsprojekte in Brasilien und in der Dominikanischen Republik zu erschlieĂen. Die brasilianischen AktivitĂ€ten, in die in RolĂąndia Heinrich Kaphan involviert war, scheiterten um 1940, und fĂŒr kurze Zeit ruhten, allerdings vergebens, die Hoffnungen alleine auf der Dominikanischen Republik. 1941 war dann klar, dass die Schaffung einer Siedlung in naher Zukunft nicht mehr möglich sein wĂŒrde.cite-ref-58[43]
Am 17. Juli 1920 wurde in WĂŒrzburg Stefanie Freimark geboren. Zusammen mit ihrem Bruder Max Gerhard (* 31. Oktober 1921) konnte sie aus Deutschland fliehen. Beide kamen am 30. Oktober 1938 in Philadelphia an. Wie und wo Stefanie Freimark Friedrich Perlstein kennenlernte, ist nicht bekannt. Beide heirateten am 12. Oktober 1947.cite-ref-59[44] Perlstein hatte in Bridgeton (New Jersey) eine Farm gekauft, auf der seine Frau auch nach seinem Tod im Jahre 1979 wohnen blieb.cite-ref-60[45]
Absolventinnen und Absolventen
Von den nachfolgenden Personen gibt es Fotos in den Sammlungen des JĂŒdischen Museums Berlin
âą Ernst Cosman (* 22. Mai 1920 in Wuppertal â â 17. Januar 1944 in Auschwitz-Monowitz) âMit sechzehn Jahren ging Ernst Israel Cosman fĂŒr zwei Jahre auf den Hof Halbe bei Berlin, ein Heim fĂŒr PalĂ€stina-Pioniere. Er floh in die Niederlande, wo er am 20. Oktober 1939 in Rheden ankam. Vom 10. Mai 1941 bis 31. Dezember 1942 war er Jugendleiter im Alija-Jugendheim im Huize Voorburg in Elden (Niederlande). Dieses Haus am sĂŒdlichen Rand von Arnheim war fĂŒr die etwas Ă€lteren PalĂ€stina-Pioniere (im Alter von sechzehn bis neunzehn Jahren) bestimmt. Er spezialisierte sich auf Landwirtschaft und Gartenbau. Er spielte eine wichtige soziale Rolle in Huize Voorburg. Sein Rufzeichen war Erco.âcite-ref-61[46]
âą Edith Rainer. Von ihr existiert nur ein Foto aus der Sammlung von Kenneth Renberg. Es zeigt sie bei der Feldarbeit und ist in der Legende mit dem Zusatz versehen: âSie ĂŒberlebte den Holocaust nicht.âcite-ref-62[47] Im Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933â1945 ist kein Eintrag ĂŒber sie zu finden; in der Zentralen Datenbank der Namen der Holocaustopfer von Yad Vashem ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich.
âą Kenneth Renberg wurde am 30. November 1920 als GĂŒnter Renberg und Sohn von Anna und Hermann Renberg in Delmenhorst geboren. Renberg absolvierte in Halbe in Vorbereitung auf seine Auswanderung nach PalĂ€stina eine landwirtschaftliche Ausbildung, wĂ€hrend der er viel fotografierte. Seine umfangreiche Fotosammlung und ein Manuskript seiner Autobiographie schenkte er dem JĂŒdischen Museum Berlin.cite-ref-63[48] Renberg ging nicht nach PalĂ€stina, sondern konnte im Juni 1937 auf Einladung von Verwandten in die USA emigrieren, wo er 1939 den High-School-Abschluss errang. Er wurde Soldat, um gegen Hitler zu kĂ€mpfen und studierte spĂ€ter an der University of Tulsa und erhielt einen Abschluss in Petroleum Engineering. Renberg starb am 3. November 2018.cite-ref-64[49]
Liste der Jewish Training Centers in Germany Auf der Basis von Berichten, die die Hachschara-Zentren monatlich der Gestapo vorlegen mussten, sind die Daten von 1.800 Auszubildenden und Ausbildern aus 13 Hachschara-Zentren, darunter auch die vom Landwerk Halbe, erforscht und online zugÀnglich.
â
Hauptartikel
:
Die Liste der
Jewish Training Centers in Germany
und die Hachschara-Forschung
Erinnerungen und Nachwirkungen
Bislang sind die zwei Briefe von Friedrich Perlstein wohl die ausfĂŒhrlichsten Erinnerungen an das Landwerk Halbe. Eine systematische Auswertung der im Besitz des JĂŒdischen Museums Berlin archivierten Hinterlassenschaften von Kenneth Renberg steht noch aus. Allerdings gibt es vor Ort sehr wohl noch Zeugen der Vergangenheit, obwohl âwĂ€hrend der letzten Apriltage 1945 [âŠ] die Hachschara-StĂ€tte durch Kriegseinwirkung zerstört [wurde]. Der Wiederaufbau erfolgte 1957. Heute ist das HauptgebĂ€ude ein privat genutztes Wohnhausâ.cite-ref-schenkenl-ndchen-8-4[8] Bei diesem GebĂ€ude handelt es sich vermutlich um das Haus in der Teupitzer StraĂe, das auch von Josefine Sack erwĂ€hnt wurde und in dem sich von 1934/35 an das Landwerk befand.cite-ref-sack-37-2[30] Sack erwĂ€hnte auĂerdem noch das âsogenannte âJudenhausâ in der Schweriner StraĂeâ, das möglicherweise zum frĂŒheren Siedlungsprojekt gehörte. Ăffentliche Erinnerungen an das Siedlungsprojekt und an das Landwerk scheinen aber in Halbe nicht zu existieren.cite-ref-schenkenl-ndchen-8-5[8]
Bei Sack heiĂt es ĂŒber die Folgen der Pogromnacht fĂŒr Perlstein: âFriedrich Perlstein zwang man, das Anwesen zu verkaufen.âcite-ref-sack-37-3[30] Dies dĂŒrfte auch der Hintergrund fĂŒr Perlsteins Schreiben an das Ausgleichsamt des Kreises BergstraĂe gewesen sein, dessen Betreff âAntrag auf Feststellung von Vermoegensverlusten in der DDRâ lautete und sich auf das Anwesen in Halbe bezog. Perlstein fĂŒhlte sich von diesem Verfahren in seinem 70. Lebensjahr ĂŒberfordert, konnte sich nicht mehr an âalle Einzelheiten erinnern, um die mir zugesandten Formulare korrekt auszufuellen. Deshalb habe ich mich entschlossen, der URO Vollmacht zu erteilen, um die Beweiserstattung fuer mich durchzufuehrenâ.cite-ref-perlstein-heppenheim-42-5[34] Ob die URO das Verfahren erfolgreich zu Ende fĂŒhren konnte, lieĂ sich nicht klĂ€ren; und es fanden sich auch keine Hinweise auf Wiedergutmachungsverfahren.
Quellen
âą Prospekt des Landjugendheims der JĂŒdischen Siedlungsgenossenschaft GmbH Berlin in Halbe (Mark), Berlin 1919 (Kopie aus dem Bestand der National Library of Israel). Das fĂŒnfzehnseitige Prospekt benennt nur die Druckerei, bei der es hergestellt wurde, enthĂ€lt aber keinerlei Angaben zur Autoren- oder Herausgeberschaft.
âą Israelitisches Familienblatt, 22. Jg., Heft 5 vom 29. Januar 1920, S. 5
âą Bundesleitung der jĂŒdischen WanderbĂŒnde Blau-Weiss (Hrsg.): Blau-Weiss-BlĂ€tter. FĂŒhrerzeitung, Jg. 2, Heft 3, Dezember 1920. Das Heft versammelt die BeitrĂ€ge und Berichte vom Blau-WeiĂ-Praktikantentag, der am 7. November 1920 in Berlin stattgefunden hatte. Darin unter anderem:
âą Salomom Weinberg: GĂ€rtnerische Ausbildung, S. 33â40
âą Ludwig Pinner: Landwirtschaftliche Ausbildung, S. 40â48
âą Max Hirsch: Die jĂŒdische Siedlung Halbe, S. 49
âą Bericht des landwirtschaftlichen Praktikantenamtes, in: Blau-Weiss-BlĂ€tter, Heft 6, Januar 1924, S. 22â27 (uni-frankfurt.de Online).
âą Correspondence and documents concerning "Landwerk Halbe", 1939â1973 â Teil der Stefanie Perlstein Collection im Center of Jewish History.cite-ref-65[50] Von den vier Dokumenten sind drei fĂŒr die Geschichte des Landwerks Halbe von besonderer Bedeutung:
âą Bescheinigung des BĂŒrgermeisters von Halbe vom 25. Januar 1939 ĂŒber die Arbeit von Friedrich Perlstein in Halbe
âą Brief von Friedrich Perlstein an Walter Peters vom 1. April 1967cite-ref-66[51]
âą Brief von Friedrich (Frederick) Perlstein an das Ausgleichsamt des Kreises BergstraĂe vom 7. Februar 1973. Der Brief enthĂ€lt auch eine Skizze ĂŒber die Raumaufteilung im HauptgebĂ€ude des Landwerks Halbe.
⹠Peter W. Lande: Jewish "Training" Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History. Die Liste enthÀlt die Namen von etwa 1.800 Personen, die zwischen 1934 und 1938 in einem von 13 Hachschara-StÀtten in Deutschland tÀtig waren, darunter auch in Halbe.
âą Fotografische Sammlungen des JĂŒdischen Museums Berlin mit Bildern vom Landwerk Halbe
âą Halbe-Bilder im Zusammenhang mit dem JĂŒdischen Pfadfinderbund Makkabi-Hazair
âą Hachschara-Lager Landwerk Halbe/Mark.
âą Reichsvertretung der Juden in Deutschland; JĂŒdische Gemeinde, Berlin; Zentralverband JĂŒdischer Handwerker Deutschlands (Hrsg.): Vor der Berufswahl. Ein Wegweiser fĂŒr jĂŒdische Eltern und Kinder, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Abteilung JĂŒdischer Buchverlag, Berlin 1938 (Online im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek). Darin:
âą Friedrich Perlstein: Aus der Praxis des landwirtschaftlichen Ausbildungsbetriebes, S. 114â119
⹠Verzeichnis der AusbildungsstÀtten (lose eingelegter Flyer)
âą Siegfried Hirsch: Alija eines Agronomen (1922). In: milestonesEli Rothschild (Hrsg.): Meilensteine. Vom Wege des Kartells JĂŒdischer Verbindungen (K.J.V.) in der zionistischen Bewegung, eine Sammelschrift im Auftrag des PrĂ€sidiums des K.J.V., Tel Aviv 1972, S. 85â91.
âą Schlomo Ettlinger: Die Kwuzah Zwi. In: 50 Jahre Blau Weiss, S. 12â13. Bei der Publikation handelt es sich um ein sechsunddreiĂigseitiges Heft in deutscher Sprache, zusammengestellt von F. W. Pollack fĂŒr das Komitee der 50-Jahr-Feier des Blau-Weiss. Das Treffen fand am 18. und 19. Mai 1962 in Naharia statt.
Literatur
âą Hans-Dieter Schmid: JĂŒdische Mustersiedlung und Landerziehungsheim Halbe (1919â1926) und Hachscharah-Lager Landwerk Halbe (1934â1938). In: Zentrum fĂŒr Gartenkunst und Landschaftsarchitektur der Leibniz UniversitĂ€t Hannover (CGL) (Hrsg.): TĂ€tigkeitsbericht fĂŒr die Jahre 2012 bis 2016, Hannover 2017 (Online)
âą Knut Bergbauer: âAuf eigener Scholleâ. FrĂŒhe Hachschara und jĂŒdische Jugendbewegung in Deutschland. In: Ulrike Pilarczyk, Ofer Ashkenazi, Arne Homann (Hrsg.): Hachschara und Jugend-Alija. Wege jĂŒdischer Jugend nach PalĂ€stina 1918â1941 (= Steinhorster BeitrĂ€ge zur Geschichte von Schule, Kindheit und Jugend. Band 1). GemeinnĂŒtzige Bildungs- und Kultur GmbH des Landkreises Gifhorn, Gifhorn 2020, ISBN 978-3-929632-99-6, doi:10.24355/dbbs.084-202104201055-0, S. 23â53.
âą Ulrike Pilarczyk: Gemeinschaft in Bildern. JĂŒdische Jugendbewegung und zionistische Erziehungspraxis in Deutschland und PalĂ€stina/Israel. (= Hamburger BeitrĂ€ge zur Geschichte der deutschen Juden. Band 35). Unter Mitarbeit von Ulrike Mietzner, Juliane Jacobi und Ilka von Cossart. Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0439-0, (igdj-hh.de)
Weblinks
âą Josefine Sack: Deutschlands Erstes Hachschara-Landwerk In: MĂ€rkische Allgemeine. 17. November 2016, abgerufen am 21. September 2021.
âą Hachschara-StĂ€tte Halbe auf der Website âTeupitz am See / Stadtgeschichte / Amt SchenkenlĂ€ndchenâ.
âą https://spurenimvest.de/2021/10/08/cosmann-ernst/
âą https://spurenimvest.de/2023/04/12/perlstein-friedrich/
Einzelnachweise
cite-note-11. â Ulrike Pilarczyk: Gemeinschaft in Bildern. 2009, S. 44.
cite-note-22. â Zur Biographie von Salomon Weinberg siehe: GedenkstĂ€tte Ahlem â Menschen in Ahlem: Salomon Weinberg (1889â1955)
cite-note-33. â Salomon Weinberg: GĂ€rtnerische Ausbildung, S. 35â36
cite-note-44. â Salomon Weinberg: GĂ€rtnerische Ausbildung, S. 37
cite-note-prospekt-landjugendheim-55. â Prospekt des Landjugendheims der JĂŒdischen Siedlungsgenossenschaft
cite-note-66. â Das Prospekt erwĂ€hnt ebenso wie Knut Bergbauer: âAuf eigener Scholleâ, S. 30, lediglich einen âS. Kirschstein-Berlinâ, bei dem es sich aber vermutlich um Salli Kirschstein einen, deutschen Schriftsteller und bedeutenden Sammler jĂŒdischer Kunst- und KultgegenstĂ€nde handelte. Mehr zu ihm: Salli Kirschstein auf encyclopedia.com
cite-note-77. â Ăber die GröĂe des GelĂ€ndes gibt es verschiedene Angaben, die zwischen 70 und 90 Morgen schwanken.
cite-note-schenkenl-ndchen-88. â Hachschara-StĂ€tte Halbe auf der Website âTeupitz am See / Stadtgeschichte / Amt SchenkenlĂ€ndchenâ
cite-note-bergbauer30-31-99. â Knut Bergbauer: âAuf eigener Scholleâ, S. 30â31
cite-note-1010. â Zur Geschichte dieses Vereins sind umfangreiche Dokumente ĂŒber die Homepages des Leo Baeck Instituts einsehbar.
cite-note-familienblatt-1111. â Israelitisches Familienblatt (siehe Quellen)
cite-note-1212. â Knut Bergbauer: âAuf eigener Scholleâ, S. 42. Brandts Sohn Magnus Wolfgang (* 1893 â deportiert am 28. MĂ€rz 1942) war ein Schulkamerad von Walter Benjamin(Leseprobe aus Momme Brodersen: Klassenbild mit Walter Benjamin. Eine Spurensuche, Siedler, ISBN 978-3-88680-943-1), Tochter Margarete Miriam (1892â977) wurde Ărztin und Psychoanalytikerin (Ărztinnen im Kaiserreich: Margarete Miriam Brandt & Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon: Margarete Miriam Brandt (1892-1977)), die jĂŒngere Elfriede Hanna (1900â1970) Kinderbuchautorin.
cite-note-131. Lieven Wölk: Rezension zu: Nielsen, Philipp: Between Heimat and Hatred. Jews and the Right in Germany, 1871â1935. Oxford 2019, ISBN 978-0-19-093066-0, In: H-Soz-Kult, 1. MĂ€rz 2021
2. Hans-Dieter Schmid: JĂŒdische Mustersiedlung und Landerziehungsheim Halbe
cite-note-1615. â Max Hirsch: Die jĂŒdische Siedlung Halbe, in: Bundesleitung der jĂŒdischen WanderbĂŒnde Blau-Weiss (Hrsg.): Blau-Weiss-BlĂ€tter. FĂŒhrerzeitung, S. 49
3. Siegfried Hirsch: Alija eines Agronomen
cite-note-2117. â Siegfried Hirsch: Kleintierzucht in PalĂ€stina. In: PalĂ€stina. Zeitschrift fĂŒr den Aufbau PalĂ€stinas. Herausgegeben von der Kommission zur Erforschung PalĂ€stinas, Jg. 16 (MĂ€rz 1933), Heft 3-4 (MĂ€rz 1933), S. 100â102.
cite-note-2218. â RASSCO. Die Entwicklung des öffentlichen Wohnungsbaus in Israel: deutsch-israelische InstitutionalitĂ€t im Zeichen von Haavara und Wiedergutmachung (1934 bis 1973) (ein DFG-Forschungsprojekt)
cite-note-2319. â Eli Rothschild (Hrsg.): Meilensteine, S. 405 (siehe Quellen)
cite-note-2420. â Die Geschichte von Kfar Tikva
cite-note-2521. â Oliver Vrankovic: Dorf der Hoffnung, in: JĂŒdische Allgemeine, 8. August 2017
cite-note-2622. â Center for Jewish History: Gerhard Jacobsohn Collection
cite-note-2723. â Blau-Weiss-BlĂ€tter â FĂŒhrerzeitung, herausgegeben von der Bundesleitung der JĂŒdischen WanderbĂŒnde Blau-Weiss, Dezember 1920, Jahrgang II., Heft 3, S. 52 f.
cite-note-2924. â Joseph Walk und Leo Baeck Institute (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918â1945, K. G. Saur, 1988, S. 84. (doi:10.1515/9783111580876)
cite-note-3025. â Nicht zu verwechseln mit der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem. Sie ging vielmehr hervor aus der Königlichen GĂ€rtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam.
cite-note-schlomo-3126. â Schlomo Ettlinger: Die Kwuzah Zwi
cite-note-bericht-1924-3227. â Bericht des landwirtschaftlichen Praktikantenamtes, in: Blau-Weiss-BlĂ€tter
cite-note-3528. â Die beiden scheinen nicht mit den zu dieser Zeit in Halbe sich auf PalĂ€stina vorbereitenden Praktikanten kooperiert zu haben, denn sie werden weder von Siegfried Hirsch noch von Schlomo Ettlinger in ihren AufsĂ€tzen erwĂ€hnt.
cite-note-3629. â Stolpersteine in Rosenbheim: Biographie der Familie Block & ANSPRACHE VON AMNON RIMON
cite-note-sack-3730. â Josefine Sack: Deutschlands Erstes Hachschara-Landwerk
cite-note-perlstein-peters-3831. â Brief von Friedrich Perlstein an Walter Peters vom 1. April 1967
cite-note-4032. â Zu dieser Organisation siehe den Artikel in der englischsprachigen Wikipedia: en:Maccabi Hatzair
cite-note-4133. â Verzeichnis der AusbildungsstĂ€tten (lose eingelegter Flyer), in: Reichsvertretung der Juden in Deutschland; JĂŒdische Gemeinde, Berlin; Zentralverband JĂŒdischer Handwerker Deutschlands (Hrsg.): Vor der Berufswahl. Ein Wegweiser fĂŒr jĂŒdische Eltern und Kinder
cite-note-perlstein-heppenheim-4234. â Brief von Friedrich (Frederick) Perlstein an das Ausgleichsamt des Kreises BergstraĂe vom 7. Februar 1973
cite-note-vor-der-berufswahl-4335. â Reichsvertretung der Juden in Deutschland; JĂŒdische Gemeinde, Berlin; Zentralverband JĂŒdischer Handwerker Deutschlands (Hrsg.): Vor der Berufswahl. Ein Wegweiser fĂŒr jĂŒdische Eltern und Kinder
cite-note-perlstein-berufswahl-4536. â Friedrich Perlstein: Aus der Praxis des landwirtschaftlichen Ausbildungsbetriebes, in: Reichsvertretung der Juden in Deutschland; JĂŒdische Gemeinde, Berlin; Zentralverband JĂŒdischer Handwerker Deutschlands (Hrsg.): Vor der Berufswahl, S. 114â119
cite-note-5237. â In seinem Brief an Walter Peters schrieb Perlstein, dass das Landwerk Halbe am 10. November 1938 von der SS zerstört worden sei.
cite-note-534. Der RegierungsprĂ€sident Frankfurt a. O.: BeschĂ€ftigung von jĂŒdischen Landwirtschaftsgehilfen am 31. Januar 1934. In: Francis R. Nicosia (Hrsg.): Dokumente zur Geschichte des deutschen Zionismus, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2018, ISBN 978-3-16-155021-8 (Online), S. 86
cite-note-5439. â Ăber das GrĂŒndungsjahr der als GmbH organisierten JĂŒdischen Landarbeit gibt es unterschiedliche Angaben. Das Jahr 1928 stammt von dem Eintrag in der Datenbank JĂŒdische Gewerbebetriebe in Berlin 1930â1945 (Datenbank JĂŒdische Gewerbebetriebe in Berlin 1930â1945: JĂŒdische Landarbeit GmbH). Zum VerhĂ€ltnis von RjF und JLA siehe den Artikel Die 'JLA' als Zentralstelle fĂŒr Gruppenauswanderung und -Siedlung, in: Der Schild. Zeitschrift des Reichsbundes JĂŒdischer Frontsoldaten, 16. Jg., Nr. 43 vom 22. Oktober 1937 (Online)
cite-note-5540. â Waltraut Lewin: Leo Baeck. Geschichte eines deutschen Juden. Eine Romanbiografie, GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2012, ISBN 978-3-579-06563-2, S. 134â135
cite-note-5641. â Daniel Schlauff: Unrecht, um Unrecht zu beseitigen? Die GroĂ Gaglower fĂŒrchten um ihre GrundstĂŒcke und gehen auf die StraĂe, in: Lausitzer Rundschau, 4. Mai 2018 (Online) & Siedlerprojekt GroĂ Gaglow
cite-note-5742. â Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6509); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
cite-note-5843. â Center for Jewish History: Sammlung zur JĂŒdischen Landwirtschaftlichen Siedlungsgesellschaft (Jewish Agricultural Settlement Corporation Collection)
cite-note-5944. â Freimark Steffi, auf spurenimvest.de
cite-note-6045. â Center for Jewish History: Stefanie Perlstein Collection
cite-note-6146. â Aus dem NiederlĂ€ndischen ĂŒbersetzt nach dem Text auf der Website Memorial Book dedicated to the victims of NS in Wuppertal. Mehr Informationen ĂŒber Ernst Cosman: Ernst Cosman auf der Website von Joods Monument
cite-note-6247. â Edith Rainer bei der Feldarbeit im Hachschara-Lager Landwerk Halbe
cite-note-6348. â Kenneth (GĂŒnther) Renberg im Bestand des JĂŒdischen Museums Berlin
cite-note-6449. â Voices of Oklahoma: Kenneth (Ken) Renberg. Ăber diese Seite ist ein etwa 75-minĂŒtiges Interview mit Renberg in englischer Sprache abrufbar.
cite-note-6550. â Zu Stefanie Perlstein (1920â2015), Friedrich Perlsteins Ehefrau, siehe: Obituary for Stefanie Perlstein
cite-note-6651. â Ăber âDr. Walter Petersâ, den Adressaten des Briefes, liegen keine Informationen vor; er wohnte zum Zeitpunkt der Abfassung des Briefes in einem Apartment am Broadway in New York.
52.110543413.6842385coordinatesKoordinaten: 52° 6âČ 38âł N, 13° 41âČ 3,3âł O